15. August 2008

Adieu Bildungsaufstieg !

7 Kommentare

Diese Tage habe ich meine Leseecke entrümpelt. Da schaue ich nochmal in das ein oder andere Heft rein. In der Mai-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brand eins lese ich immer gern die Seite “Die Welt in Zahlen”:
Anteil der Zehnjährigen, die für das Gymnasium empfohlen werden und deren Eltern maximal einen Hauptschulabschluss haben, in Prozent: 4.
Anteil der Zehnjährigen, die für das Gymnasium empfohlen werden und von denen mindestens ein Elternteil Abitur hat, in Prizent: 72.
Dazu passt die heutige Meldung in der Stuttgarter Zeitung. 60 Prozent aller Studienanfänger haben mindestens ein Elternteil mit akademischer Bildung. 1993 waren es nur 49 Prozent. Nicht verwunderlich, woher sollen die Studenten auch kommen, wenn die meisten bereits im Alter von 10 Jahren vom System aussortiert werden?
Es scheint also, als ob Bildunsgaufstieg immer schwieriger wird.



7 Kommentare »

  • Airport1 meint:

    Nicht zu vergessen die Studiengebuehren. Ich meine es gab auch Untersuchungen die belegen, dass dies Personen aus aermeren Verhaeltnissen zumindest den Zugang erschwert.

    Wie schon mal erwaehnt, gehoeren aber m.E. auch die Behinderten besser integriert. Woher soll ein “Unbehinderter” einen guten Umgang mit ihnen lernen, wenn diese schon frueh ebenfalls aussondiert werden?

    Dies wuerde wohl auch zu einem besseren Sozialverhalten jedes Einzelnen fuehren?

  • Daniel Mouratidis
    Daniel Mouratidis meint:

    Ich gebe dir Recht. Studiengebühren erschweren meiner Meinung nach den Zugang zu den Universitäten. Dabei haben wir immer noch kein Stipendiatensystem, das diesen Namen verdient.
    Wir Grünen arbeiten momentan an einer Konzeption, wie man Behinderte in die Regelschule integrieren kann.

  • Markus Beck meint:

    Hey Tidi,
    was mich auch tierisch stört ist die Unterteilung in FH und Universität!! Ich hab nen Super-Schnitt auf der BKFH und bekanntlicherweise kann man damit nicht auf die Uni. Wenn ich mir aber so ansehe wer alles mit nem 3,5er Abi studiert und ich es dann nicht kann….naja :) Und wenn ich Abi nachholen möchte müsste ich 3 Jahre die Schulbank drücken! Ich hab ne Berufsausbildung, deswegen könnte ich Abi auch in 2 Jahren machen…denkste…für das 2jährige Abi werden die Noten von der BKFH nicht berücksichtigt und in der Realschule habe ich in Physik ne 4 (BKFH ne 2) ergo geht auch nicht. Verstehe das wer will…. :)

    Also, falls du mal Ministerpräsident wirst..bring das in Ordnung hehe :)

    Gruß
    Markus

  • Daniel Mouratidis
    Daniel Mouratidis meint:

    Hallo Markus,
    unser Bildungssystem ist eben geprägt von altem Standesdenken. Das zieht sich auf allen Ebenen durch. Ich hoffe, dass wir an diesem Punkt in den nächsten Jahren vorwärts kommen.

  • Markus Beck meint:

    Leider ist von diesem “Standesdenken” nicht nur das Bildungssystem betroffen, sondern fast alle politischen Themen durchweg….konservativ statt inovativ…wäre doch en gutes Wahlslogan für die CDU im Ländle :)

    Gruß aus Filderstadt
    Markus

  • Merkels Lehr- und Wandertage: Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen! (1) - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org meint:

    [...] paar Zahlen vorab. Daniel Mouratidis, Grüner Landesvorsitzender  in Baden-Württemberg, wies vor einigen Tagen auf das oben abgebildete Mai-Heft meines Lieblings-Wirtschaftsmagazins brand1 hin, das Bildung zum [...]

  • till we *) . Blog » Vorurteile zählen beim Schulübergang stärker als Noten meint:

    [...] betrachtet, auch: einer der ersten und stärksten Filter für die Frage, ob jemand nachher zu den relativ wenigen Studierenden aus nicht-akademischen Herkunftsfamilien gehört, setzt genau hier ein: beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführende [...]

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