Austin is not Texas
Das habe ich die Tage oft gehört. In der Tat fühlt man sich hier wie in Asterix’ gallischem Dorf. In Austin regiert die linksliberale Heiterkeit. Man fährt Volkswagen, der erste Whole Foods Supermarkt wurde hier gegründet und man erfreut sich des Titels der Hauptstadt des Live Rock’n'Roll. Zu Recht übrigens. Es reiht sich ein Pub an den anderen mit Live Musik und obendrein noch eine Reihe Clubs mit internationalen Gästen. Hervorragend also.
Der Rest des Staates ist republikanisch geprägt. Die hohe Abbrecherquote an der High School – in Texas beträgt sie runde 40 % – erklärte sich die Frau im Bildungsministerium zu einem Großteil durch statistische Effekte. Das haben wir anderswo nie gehört.
Einen Tag gings aufs Land zum Yesterfest nach Bastrop, eine Art Cowboystrassenfest in einem Dorf mit vielen historischen Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Ach herrje, hier stimmten die Klischees wieder: Stolz wurden die Waffen präsentiert. Aber irgendwie auch nicht ganz. Mit guter Laune lief der demokratische Kandidat fürs örtliche Richteramt wahlkämpferisch durch die Strassen. Auf meine Frage, ob es nicht hart sei für einen Bewerber der demokratischen Partei im ländlichen Texas meinte er: “Nein es gab schon wesentlich härtere Zeiten. George Bush hat es dermaßen versemmelt, die nächsten Wahlen gewinnen wir.”
Schließlich trafen wur noch den Demokraten Mark Strama, der im Parlament von Texas sitzt. Ein klasse Mann! Von dem hören wir sicherlich noch mehr in der Zukunft. Wie die meisten jüngeren Menschen unterstützt er Obama. Er erläuterte uns, wie es Obama geschafft hat, sich gegen die Parteimaschinerie durchzusetzen. Sein Rezept: Glaubwürdigkeit und konsequenter Graswurzelwahlkampf. Er lehnt Parteispenden großer Lobbyisten ab und bekommt dafür aber fünf Dollar von vielen verschiedenen Menschen; er setzt konsequent auf das Internet als Wahlkampfplattform und hat es so geschafft, viele neue Menschen für die Politik zu mobilisieren. Seine klare Botschaft – “Change, we believe in” kommt an bei den Menschen. Bei den Caucuses in einigen Bundesstaaten waren Hillarys Wahlkampfstrategen völlig von den Socken, dass sie bei diesen Abstimmungen von einer Vielzahl neuer WählerInnen überstimmt worden sind. Falls Obama die Vorwahlen noch verlieren sollte steht allerdings zu befürchten, dass sich diese Menschen wieder von der Politik abwenden.
Mark arbeitete übrigens einige Jahre für “Rock the Vote”, die junge Menschen mit der Hilfe von Pop- und Rockstars und MTV zum wählen motivieren wollen. 1996 registrierten sich so immerhin eine Millionen Neuwähler in den USA. Und hatten trotzdem Pleiten erlebt: So musste Madonna damals zugeben, bisher nie gewählt zu haben.









[...] und dem Entwurf des neuen Polizeigesetzes – und den mit den Worten von Daniel Mouratidis (derzeit aus USA bloggend) deutlich genug ablehnen. Der präventive Schüffelstaat – Motto “Freiheit stirbt mit [...]