16. Mai 2008

Bildung, Wirtschaft und Brandanschläge: Zu Gast bei deutsch-türkischen Verbänden

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Nachdem ich nach meiner Rückkehr aus den USA unter anderem bei den Grünen Kreisverbänden Sigmaringen und Aalen vorbeigeschaut hatte, war ich auf Einladung von Dr. Ahmet Ertekin Gast beim Deutsch-Türkischen Business Center. Mit dabei waren auch Gülten Aysel, die Vorsitzende der Föderation der Vereine türkischer Elternbeiräte in Württemberg und Ersin Ugursal, der den türkischen Sportvereinen im Land vorsteht.
In dieser Runde lagen die Themen natürlich auf der Hand: Die Förderung von Existenzgründern mit türkischem Migrationshintergrund und die Bildungspolitik. Ich bin der Meinung, man sollte das gemeinsam sehen, denn auf Grund der Tatsache, dass die Bildungschancen türkischstämmiger Menschen in Baden-Württemberg immer noch deutlich schlechter sind als für den Rest ergeben sich auch weniger Firmengründungen, die z.B. technische Innovationen als Gründungsidee haben.
Auch beim Thema muttersprachlicher Unterricht waren wir uns einig. Ich verstehe es nicht, warum einige Sprachen wie Französisch, Spanisch oder Chinesisch und Italienisch in der Schule favorisiert werden, Türkischunterricht als zweite Fremdsprachen aber nicht akzeptiert wird. Das würde man natürlich viel einfacher bewerkstelligen können, wenn es eine Gemeinschaftsschule geben würde.
Schließlich redeten wir noch über die Ängste der türkischstämmigen Bevölkerung in Deutschland angesichts der Meldungen über Brandanschläge auf deren Häuser. Der Schock über die schlimmen Anschläge in Solingen und Mölln in den 1990er Jahre haben sich tief in das Bewusstsein der Deutsch-Türken eingefräst. Die neuesten Meldungen haben deswegen auch diese Menschen schwer getroffen. Herr Ertekin berichtete über eingebürgerte Türken, die deswegen ihren Pass wieder zurückgeben. Eins ist klar: Jeder Hausbrand und Brandanschlag ist für die betroffenen Menschen ein schwerer Schicksalsschlag. Es hat sich aber gezeigt, dass es keine besondere Häufung von Bränden gibt; leider müssen die Feuerwehren immer wieder aus den verschiedensten Gründen ausrücken. Dann sind vermeintliche rechtsradikale Brandanschläge schlicht gefälscht. So war es z.B. in Backnang. Wichtig ist mir: Wir müssen die Ängste dieser Menschen Ernst nehmen und aufklärend wirken; zudem auch in Zukunft alles weitere unternehmen, dass es hoffentlich keine weiteren politisch motivierten Anschläge mehr gibt.



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