9. Juni 2010

Donnerstag 10.6.: Die Griechenlandkrise und der Euro

3 Kommentare

Ehrlich gesagt ist mir in den letzten Wochen und Monaten oftmals die Lust vergangen, morgens die Zeitung aufzuschlagen. Selten habe ich so eine mediale Hetze gegen ein Land erlebt wie jüngst gegen Griechenland. Im BILDBlog wurde in 13 Schritten gezeigt, wie das funktioniert. Doch auch seriösere Medien haben sich eifrig daran beteiligt, beispielsweise der Stern. Klar ist, dass es in Griechenland nicht so weiter gehen konnte; klar ist aber auch, dass jahrelang weggeschaut wurde und selbst in der aktuellen Krise wird erwartet, dass Griechenland in Mitteleuropa teure Militärtechnik bestellt. Und nicht zu vergessen: Siemens hat jahrelang wie keine andere Firma mit Millionenbeträgen griechische Beamte und Politiker geschmiert und die Korruption kräftig angeschoben.
Nachdem die Medienwelle mittlerweile abgeebbt ist, die institutionellen Probleme innerhalb der EU aber weiter bestehen, lohnt es sich jenseits des krachledernen Gebrülls darüber zu reden, was nun erforderlich ist. Deswegen habe ich mich sehr über den Vorschlag der Grünen Europaabgeordneten Heide Rühle gefreut, eine Veranstaltung zum Thema EU und Griechenlandkrise zu veranstalten. Ein kleiner Beitrag, die Debatte wieder weg vom Populismus hin zur sachlichen Debatte zu führen: Brauchen wir nun eine europäische Wirtschaftsregierung? Was bedeutet eigentlich Solidarität im vereinten Europa? Bleiben über dem deutsch-griechischen Verhältnis dauerhaft dunkle Wolken hängen?
Wichtige Fragen, und ich freue mich sehr, wenn ihr auch am Donnerstag kommt. Neben Europaabgeordnete Heide Rühle sitzt die Journalistin Anna Koktsidou von SWR International auf dem Podium, ich übernehme an diesem Abend die Moderation. Nach der Veranstaltung gibt es die Gelegenheit, bei Häppchen vertiefte Gespräche zu führen.
Ort & Zeit: Donnerstag, 10.6. 19.30 – 21 Uhr, Stiftung Geißstrasse, Geißstrasse 7 in der Stuttgarter Innenstadt.



3 Kommentare »

  • Richard Heider meint:

    Griechenland sollte die Drachme wieder einführen – und wir die D-Mark … aber nicht so wie viele jetzt vielleicht glauben. In meinem Weblog habe ich das etwas ausführlicher beschrieben:

    http://richard-heider.de/rhj/?p=3029

  • René meint:

    In der Tat kann ich nur zustimmen, dass sich die Deutsche Presse (auch jenseits des Boulevard) hier nicht mit Ruhm bekleckert hat. Auch etwaige EU bzw. Euro Sicherheitsmechanismen (sofern sie überhaupt bestand hatten) haben kläglich versagt. So konnte man bereits zu Beginn der 2000er Jahre in der Presse lesen, dass Eurostat erhebliche Bedenken bezüglich der griechischen Haushalts- bzw. GDP Zahlen hatte. Eine Reaktion der Kommission blieb diesbezüglich aus!
    In einem Punkt möchte ich Dir in Deiner Ansicht doch heftig wiedersprechen: Du schreibst “[...] selbst in der aktuellen Krise wird erwartet, dass Griechenland in Mitteleuropa teure Militärtechnik bestellt”. Ich glaub da kam was falsch an bei Dir!? Deutschland als größter Ausrüster der hellenischen Armee besteht lediglich auf der Bezahlung offener Rechnungen (die HDW Werft in Kiel hat diesbezüglich übrigens schon Stundungen angeboten!). Bestellt haben die Griechen stets selbst und zwar in einer Weise die kaum nachzuvollziehen ist (u.a. nachzulesen hier: http://www.sipri.org/yearbook/2010/07/07A/?searchterm=Greece)!
    Es wäre an der Zeit, dass Griechenland grundsätzlich seine Rüstungsausgaben überdenkt. Kaum ein NATO Mitglied von vergleichbarer Größe wendet einen so hohen Anteil seines GDP für Rüstungsausgaben auf – und dies schon seit Jahren!!! (schön nachzulesen hier: http://www.nato.int/nato_static/assets/pdf/pdf_2010_06/20100610_PR_CP_2010_078.pdf). Vielleicht sollte die griechische Administration (und mit ihr das zugehörige Wahlvolk) sich grundsätzlich Gedanken zur (abstrakten) Bedrohungslage durch das Nachbar- und NATO Partnerland Türkei machen? Ein Wettrüsten am Bosporus wie es die letzten 10 Jahre stattgefunden hat ist dabei alles andere als zeitgemäß!!
    Vielleicht wirds aber auch mal Zeit, dass Bündnis 90/Die Grünen ihre pazifistischen Grundwerte nach Griechenland exportiern? Vernünftige Werte und Ideen sind bekanntlich umsonst zu haben! ;-)

  • marcel meint:

    Geia Daniel hast du in Athina mal länger gelebt ? Du bist Deutsch Grieche bist zwar Grieche hast aber wahrscheinlich nicht lange genug in Ellada gelebt…Die Leute haben keinen Bock mehr um es jetzt ganz einfach zu sagen..Da muss ihnen auch keiner mehr irgentwelche Dinge erklären wollen..Die KKE hetzt die Massen jetzt auf…normal war schon früher so…dennoch ist Fakt..es ist kein Geld mehr da…es bleibt rein gar nichts über wenn man arbeiten geht…Wir Deutschen sind ziemlich krank “denn wir meinen jeden kluge Ratschlaege erteilen zu muessen”
    Die Menschen in GR wisse schon lange das es nur noch eine Frage der Zeit ist bis der Crash kommt. Auch wie du als Grieche ja weisst , sind die Menschen zu stolz um sich selber zu sagen ” ja wir haben über unsere Verhältnisse gelebt” das wird kaum ein Grieche sagen und das weisst du auch sehr gut…Gr wird untergehen…was heisst untergehen…die Menschen freuen sich wenn sie die Drachme wieder haben…efcharisto poli marcel

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