19. April 2008

Föderalismus, die USA und der Papst

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Ein schöner Einstieg in das politische System der USA gab uns Eric Langenbacher. Der ist Visiting CapitolAssistant Professor an der Georgetown University und überraschte dadurch, dass er nicht entlang seines Papers referierte, sondern sich in Rage redete über das US-System. Informativ und unterhaltsam zugleich. So konnte ich selber nachlesen, dass in den USA 2,3 Millionen Menschen im Knast sitzen, ein Spitzenwert weltweit. Das verschlingt 7 % des gesamten US-Budgets! Außerdem war er der Meinung, der amerikanische Präsident hätte eine eher schwache Position im System, was im Vergleich zum Französischen ja auch stimmt. Auffallend oft verwendete er das Wort “Crisis” um die Lage der USA zu beschreiben: Im Bildungs-, Gesundheits-, und Finanzsystem. Übrigens unterstützt er Hillary Clinton, und zwar weil er angesichts der Figurierung des US-System nicht an den “revolutionären” Wandel glaubt, den Obama nicht müde wird zu betonen. Insgesamt erstaunlich kritisch und mit Mumm, sein Vortrag. Macht mir Lust, mal wieder ein politikwissenschaftliches Seminar zu besuchen, der Mann. Und es scheint sich auszuzeichnen, dass das Programm nicht vom Department of State selber, sondern vom Mississippi Consortium for International Development ausgearbeitet wurde.
Ach ja, der Papst war auch in der Stadt, ich habe ihn verpasst, obwohl er nicht weit von unserem Hotel mit seinem Pappamobil vorbeigefahren ist.
Einen schönen Einstieg in die Bildungsmisere gab uns der Besuch beim Youth Service America: Ein guter Teil der jungen Menschen bricht die High School ab aus verschiedenen Gründen, dabei benötigt die USA in Zukunft hauptsächlich College Absolventen. Diese Erkenntnis kennen wir doch auch von Deutschland.
Im Programm gehts wirklich Schlag auf Schlag. Man kommt kaum hinterher, die Gedanken zu sortieren – geschweige denn Euch davon zu berichten! Schöner Nebeneffekt: Man konzentriert sich auf das Wesentliche.



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