Mein hessischer Amtskollege geht zu Mars
Matthias Berninger, hessischer Landesvorsitzender und Bundestagsmitglied, wechselt im Februar in die Wirtschaft. Das ist sehr schade. Mein hessischer Amtskollege zog schon mit 23 in den Bundestag ein. Neben seinen wirtschaftspolitischen Kompetenzen schätzte ich an ihm die Fähigkeit, über Grüne Grenzen hinaus zu kommunizieren. Wer immer nur im eigenen Saft schmort, riskiert einen Tunnelblick und eine ideologische Borniertheit. Nicht ohne Grund ist mein Motto “Diversity is the spice of life”.
Später war er Staatssekretär unter Renate Künast. Mit 35 Jahren nun sucht er eine neue Herausforderungen – das kann ich verstehen. “Ich habe zu gerne Politik gemacht, um von einem Abschied für immer zu sprechen. Vielleicht komme ich in ein paar Jahren wieder mit neuen Perspektiven und Erfahrungen”, steht auf seiner Webseite. Matthias ist noch jung genug, mit neuen Impulsen zurück zu kommen. “Auszeiten” sind in anderen Ländern selbstverständlich. Manche kritisieren, er gehe zu Mars und übersehe dabei, dass dieser und andere Schokoriegel mit Begeisterung auf Grünen Parteitagen gemampft werden. Nicht zu vergessen: Andere Parlamentarier ziehen es vor, in diversen Aufsichtsräten zu sitzen und trotzdem noch im Bundestag. Berninger ist hier konsequent.









Hallo Herr Mouratidis,
interessante Bewertung. Ihre Kovorsitzende sieht das aber ganz anders.
Zumindest, wenn man der “Financial Times Deutschland” Glauben schenken darf.
Zitat aus selbiger Zeitung von heute:
“Bei den Grünen kommt der Wechsel weniger gut an. Berninger ist bislang Vorsitzender des hessischen Landesverbandes. Seine baden-württembergische Kollegin Petra Selg schäumt: “Das heißt nichts Gutes für die Glaubwürdigkeit von Grünen-Politikern.”
Ich verstehe mich sehr gut mit Petra Selg. Dennoch kann man in einigen Fragen anderer Meinung sein. Ich sehe nicht, wo hier die Glaubwürdigkeit Grüner Politiker gefährdet sein soll.
Eine Auszeit ist sicherlich nie schlecht, wenn man Berufspolitiker ist. Aber musste es unbedingt Mars sein? Das sieht doch sehr nach “Whitewashing” für den Dickriegel-Konzern aus.
Matthias selbst kenne ich nicht, hätte ihn aber – verständlicherweise – gerne mal kennen gelernt. Immerhin hat er das gleiche Laptop wie ich – wir haben also auch etwas gemeinsam.