In der politischen Auseinandersetzung bin ich mittlerweile einiges gewohnt. In der Schweiz setzt man aber noch eins drauf. Dort sind am 21.10. eidgenössische Wahlen. Die rechtsgerichtete SVP ist bislang knapp stärkste Partei, und das mit einem Programm welches sich gewaschen hat. Der schwerreiche Populist Blocher hetzt gerne gegen Ausländer, EU, die Grünen und alles was seinen reaktioänen Ansichten widerspricht. Nico vom Urban Zombie Label hat mir einen Link zum Zottel Spiel geschickt; er selber hat es beim Punk – Fanzine Moloko Plus gefunden. Der Inhalt dieses heftigen Online-Spiel ist heftig. Hauptprotagonist ist der Ziegenbock Zottel, der die Schweiz retten soll. Da kann man dann Grüne totfahren, Ausländer aus dem Land werfen und mehr. Unglaublich – und zeigt auf welchem erbärmlichen Niveau manche Parteien auf Wählerfang gehen müssen. Ob es hilfreich ist, stelle ich in Frage. In den letzten Umfragen legen die Grünen im fast vier Punkte zu und liegen derzeit bei elf Prozent.
Nein, ich schreib jetzt nicht auch noch schlaue Ratschläge was wer wie machen sollte bei den Grünen. Das machen genügend andere, da kann ich warten.
Viel mehr amüsiert hat mich die Aussage der CSU-Rebellin Gabriele Pauli. Nachdem sie Bilder geschossen hatte, die man eigentlich nicht sehen wollte, nun die nächste Attacke auf die bayerisch-konservative Seele: Man möge doch die Ehe auf sieben Jahre begrenzen. Das klingt sehr nach Julia Seeliger. Die propagiert “Monogamie ist keine Lösung”. Bahnt sich hier also eine Lack&Ringelstrumpf Koalition an?! Womöglich nicht, denn Stoiber scheint Pauli wohl nur zu gern aus der Partei schmeissen zu wollen.
Ouzo-Orakel ist ein klasse Buch von Frank Schulz über einen deutschen Auswanderer in Griechenland, der sich Rat sucht bei einem Einsiedler. Der wohnt in der Pampa und wird von den Menschen aufgesucht, weil sie sich von ihm Lösungen versprechen. Hierfür muss man eine 5-Liter Karaffe Ouzo mitbringen, die dann mit ihm zusammen am Lagerfeuer getrunken werden muss. Irgendwann kommt ihm dann irgendwie, aber wohl auf Grund des doch erheblichen Alkoholkonsums, die ein oder andere Eingabe. Vielleicht war Jorgo Chatzimarkakis, FDP Europaabgeordneter, im Sommer auch in diesem Dorf im westgriechischen Epirus. Denn er schlug eine Vereinigung von FDP und den Grünen vor. Reichlich skurril finde ich, sind die Wählerschaften beider Parteien doch grundverschieden. Das linksliberale Erbe der FDP haben wir ohnehin bereits übernommen, vielleicht schmerzt das dem lieben Jorgo ein wenig. Lösen lässt sich das auch anders. Julia Seeliger berichtet in ihrem Blog über einen jungen FDPler, der mittlerweile bei den Grünen weilt. Irgendwie sympathischer als fünf Liter Ouzo trinken zu müssen oder zu fusionieren mit der FDP. Jamas!
Am 16.9., also diesen Sonntag, wählen die Griechen ihr neues Parlament. Premerminister Karamanlis setzte diese Neuwahlen an, um einen Wahlsieg einzufahren. Dann kamen die verheerenden Waldbrände und das katastrophale Krisenmanagement brachte die Regierung in arge Bedrängnis. Allerdings bieten sich die sozialdemokratische Pasok auch nicht unbedingt als Alternative an. Unter deren Regierungszeit tat sich auch nicht viel in punkto Umweltschutz oder Ausbau der Feuerwehr. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass verbrannte Wälder ruck-zuck zu Bauland werden. Als Alternative bieten sich die Grünen in Griechenland an. Sicherlich, sie haben sich neu formiert und sind noch nicht eine bedeutende politische Kraft. Dennoch erkennen in Griechenland immer mehr Menschen, wie wichtig eine ökologische Stimme im Land ist.
Deswegen habe ich einen Wahlaufruf an in Deutschland lebende Griechen gestartet. Also, wenn ihr griechischstämmige Menschen kennt, mit denen zusammen arbeitet oder der Wirt eurer Lieblingskneipe ein Grieche ist: Ansprechen auf die Notwendigkeit für eine Grüne Kraft in Griechenland! Nachlesen kann man den Wahlaufruf hier, außerdem findet ihr hier ein Interview auf den Grünen Seiten des Bundesverbands.