[ 15. Aug 2007 | 5 Kommentare ]

Der derzeitige Außenminister Gül schickt sich zum zweiten Mal an, türkischer Staatspräsident zu werden. Da fiel mir wieder ein Foto in die Hand, als ich zusammen mit anderen Grünen anlässlichMouratidis und Gül bei der Übergabe des VFB Schals unseres Besuchs in der Türkei zur Lage der religiösen Minderheiten einen Empfang bei Gül hatten. Als Gastgeschenk überreichte ich ihm einen Meisterschal des VFB Stuttgarts. Cem Özdemir übersetzte meine Worte, und Gül war sichtlich erfreut. In der Türkei ist Fussball die wichtigste Sportart.

Unser einstündiges Gespräch mit Gül über die Zukunft der Türkei war vertrauensvoll und erkenntnisreich. Er setze sich weiterhin für eine demokratische und europafreundliche Türkei ein, so Gül. Zudem wolle er den Charakter der Türkei erhalten und erteilte einer islamistischen Türkei eine Absage. Letztlich war ich nach der Reise überzeugt, dass erstens die AKP einen überwältigenden Wahlsieg erringen würden (was auch eintrat). So unterstützten die ethnischen und religiösen Minderheiten, welche wir trafen, die AKP. Zweitens bin ich davon überzeugt, dass Gül ein gutes Rüstzeug mitbringt um ein würdiger türkischer Staatspräsident zu werden.

[ 12. Aug 2007 | Kommentieren! ]

In den letzten Tagen ist es wieder ruhiger geworden um unseren Innenminister. Trotzdem sind all die Vorschläge, welche gekommen sind um angeblich unsere Sicherheit zu gewährleisten, zum Fürchten. Etwa Online-Durchsuchungen möglch zu machen. Der Bundesverband der Grünen hat darauf hin die Initiative “Stoppt Schnüffel-Schäuble” auf den Weg gebracht.
Das bietet einen kleinen Vorgeschmack, was uns blühen könnte, wenn seine Vorschläge in Gesetze gegossen würden.
Für mich wäre das ein neuerliches Ausweiden unserer Freiheitsrechte. Das Grundgesetz schützt die Bürger vor einem übermäßigen Eingriff des Staates in die Privatssphäre, und das muss auch so bleiben. Innenminister Schäuble wird mit seinen Vorschlägen zum Sicherheitsriskio für unseren Rechtsstaat.

[ 24. Jul 2007 | Kommentieren! ]

Heute Nachmittag nutzte ich eine kleine Lücke in meinem Kalender um in den Mocca Studios im Stuttgarter Westen vorbeizuschauen. Ich erlebte drei Jungunternehmer, die ihren alten Job vor acht Monaten an den Nagel hingen um sich gemeinsam selbständig zu machen. Nach einer kurzen Besichtigung von Ton- und Filmschnittstudio setzte ich mich auf das Ledersofa. Thorsten Runge informierte mich über all die Prügel, welche ihnen von Seiten der Behörden zwischen die Beine geworfen wurde. Anstatt jungen Existenzgründern unkompliziert auf die Beine zu helfen erlebten sie die volle Wucht des Behördendschungels.

Dabei arbeiten die Macher fleißig an DVD- , Film- und Musikproduktionen. So verließ ich die Räumlichkeiten Mouratidis bei Mocca Musicnicht nur durch Latte Macchiato und Cookies gestärkt, sondern auch um zwei CDs reicher. Reimstoff ist eine HipHop Band mit Computergame-Charme und die Jagga Bites ist eine neunköpfige Reggae-Dancehall Formation, die gerade ihren Auftritt auf dem SummerJam in Köln hinter sich haben. Beide Bands sind übrigens neben meinen alten Freunden von Breschdleng auf dem 48er Festival in Herrenberg an diesem Wochenende zu sehen.
Zum Schluss gabs noch ein Bildchen mit Manuel Michalski fürs Mocca-Familienalbum.

[ 30. Jun 2007 | Kommentieren! ]

Vor kurzem war ich mit einer kleinen Grünen Delegation unter der Leitung von Cem Özdemir in der Türkei. Es ging um die Lage der religiösen Minderheiten im Land. In der nächsten Zeit werde einige Beiträge zu dieser Fahrt schreiben.
AgosAgos ist eine Wochenzeitung, die für kritischen Journalismus bekannt ist. Deswegen hat sie es oft nicht leicht, insbesondere in dem derzeit aufgeheizten Klima in der Türkei. Bekannt wurde sie bei uns durch den Mord an ihrem Chefredakteur Hrant Dink Anfang des Jahres. Dink, Türke armenischer Herkunft, galt als einer des brillantesten Köpfe der Türkei. Durch seine direkten und offenen Worte für Meinungsfreiheit und Demokratie in der Türkei war er oft Angrffen der Nationalisten ausgesetzt. Vor seinem Tod wurde er massiv bedroht – und dann auch vor dem Redaktionsgebäude heimtückisch erschossen. Die Hintermänner des Mordes bleiben im Dunkeln.
Die Lage der armenischen Minderheit in der Türkei ist nicht einfach. In der letzten Zeit häufen sich wieder Drohungen gegen armenische Schulen und Kirchen.
Wir haben angeregt diskutiert mit dem Chefredakteur von Agos, Etyen Mahcupyan. Ich war sehr beeindruckt, mit welchem Mut dieser Mensch trotz all dem Druck sich weiter einsetzt für Meinungsfreiheit in der Türkei. Das gebührt all mein Respekt – und auch Unterstützung: AGOS bietet auch ein Onlineportal auf Englisch an. Einige Infos sind gratis, der Vollzugang kostet 10 Euro im Monat. Für alle, die an der türkischen Politik interssiert sind und Wert auf ehrlichen Journalismus legen, ein Muss.