[ 16. Mai 2007 | Kommentieren! ]

Bei den Bremer Wahlen haben wir 16,4% eingefahren und damit das beste Ergebnis bei einer Wahl in einem Bundeland und Stadtstaat erreicht. In Baden-Württemberg waren es bei der letzten Umfrage 14% – wir Grünen haben Rückenwind!

Drei Gründe sind für mich maßgeblich dafür:

Erstens gibt die Schwarz-Rote Koalition ein schlechtes Bild ab. Sie hat den Charme eines alten Schuhlöffels. Zweitens zeichnen sich die Grünen als kompetente Oppositionspartei aus. In Bremen sind wir Grünen faktisch die einzige Oppositonspartei, im Ländle werden wir als die bessere Oppositionspartei neben einer desolaten SPD wahrgenommen. Drittens schlägt die Debatte um den Klimaschutz sich nieder in der Wahlentscheidung. Wer ernst gemeinten Klimaschutz haben will, der muss Grün wählen.

Es freut mich besonders, dass insbesondere junge Menschen Grün wählen. Das lässt hoffen für gute Ergebnisse in der Zukunft!

[ 5. Mai 2007 | Kommentieren! ]

Letzte Woche starteten die Grünen Klimaschutztage. Im ganzen Bundesgebiet und insbesondere natürlich in Baden-Württemberg gab es viele Aktionen vor Ort. Ich war in Öhringen Klimaschutz in Öhringenund Pforzheim bei Infoständen anwesend. In Öhringen stand “Atomausstieg selber machen” im Zentrum der Aktivität, in Pforzheim gab es eine Energiesparlampenwechselaktion: Die Menschen konnten ihre alten herkömmlichen Glühbirnen gegen Energiesparlampen umtauschen – und zwar umsonst! Neben Energiesparen setzen wir Grünen übrigens auf Energieffizienz und Erneuerbare Energien. Ersteres bedeutet, dass Geräte und Kraftwerke effizienter umgehen mit Energie, letzteres den weiteren Ausbau von Wind-, Sonnenenergie und co.
Klimaschutz in PforzheimWir müssen alle unseren Beitrag bringen, um die Klimawende noch im Rahmen zu halten – wir haben es also selber in der Hand!

Viele weitere Infos rund um die Grüne Klimaschutzkampagne und viele Tipss findet man unter www.gruenes-klima.de.

[ 4. Mai 2007 | 2 Kommentare ]

Nein, nicht dass die geneigten Leser denken müssten, Mouratidis hats nicht so mit den Kalenderjahren: Meine Wenigkeit ist gestern 30 geworden. Gestern gastierte auch einer der größten griechschen Sänger in Stuttgart, Dalaras. Das war natürlich ein prima Anlass, nach über 10 Jahren ihn wieder zu sehen, und mein Vater hatte schon ein gutes Geburtstagsgeschenk für mich. Dalaras hat unzählige Alben herausgebracht, und spielte gestern neben griechischen Volksliedern seine eigenen als auch spanische Songs. Seine Band bestand aus 10 hervorragenden Musikern. Zum Schluss spielte er auch noch einige Rembetikolieder. Rembetiko wird als der griechische Blues bezeichnet. Mit der Flüchtlingswelle in den 1920er Jahre kam dieser Musikstil nach Athen und Thessaloniki. Dort war es die Musik des Untergrunds, zwischen Kleinganoven und Nutten, aber immer umgeben von dichten Haschischwolken spielten diese Menschen ihre Klagelieder. Recht schnell kamen sie in das Zielrohr der Obrigkeit, und auch deswegen gelten in Griechenland bis heute sehr harte Gesetze gegen Marihuanaprodukte.
Heute werden diese Lieder wieder gerne gehört, selbst die lange verbotenen Haschischlieder, eines der bekanntesten davon ist “Das Schiff von Persien” von Tsitsanis – darin wird der Verlust einer ganzen Schiffsladung mit Hasch aus Persien beklagt, vom Zoll aufgespürt, und weswegen Athen nun auf dem trockenen liegt.
Gekifft wurde gestern bei Dalaras nicht, trotzdem herrschte eine angenehm entspannte Atmospäre, viele Deutsche waren auch da. Im Vergleich zu früher wurde nicht mehr vor der Bühne und zwischen den Sitzreihen getanzt – es werden halt alle älter. So wie ich gestern wieder um ein Jahr.

[ 11. Apr 2007 | 6 Kommentare ]

Letzte Woche ist der ehemalige NS Marinerichter und spätere baden-württembergische Ministerpräsident Filbinger gestorben. Er musste 1978 zurücktreten, weil ihn seine NS Vergangenheit einholte. Das alles liegt fast 30 Jahre zurück und ist gerade angesichts seines Todes längst Geschichte – darüber wollte ich mich nicht äußern.

Ungläubiges Kopfschütteln hat aber die Rede des derzeitigen Ministerpräsidenten Oettinger bei mir ausgelöst – er bezeichnete Filbinger als “Gegner des Nazi-Regimes, der sich den damaligen Zwängen beugen musste”. Das geht gar nicht. Das ist ein Tritt ins Gesicht für all diejenigen, welche sich gegen den NS-Staat gewandt haben. In der Regel wurden sie dafür gefoltert, ermordet oder mussten aus Deutschland fliehen. Sebastian Haffner verweigerte sich einer Karriere in der NS-Justiz; er siedelte 1938 nach England über. Filbinger hingegen war Mitglied des NS-Studentenbundes, der SA und auch der NSDAP und war an NS-Urteilen beteiligt. Er war Helfer und aktive Stütze des NS-Regimes.

Oettinger versucht mit diesen Worten die deutsche Geschichte zu verklären, ja zu verdrehen. Das kann ich nicht akzeptieren, gerade angesichts der mutigen Menschen, die gegen die Nazis opponierten und dafür ständig in Furcht um ihr Leben waren, oder damit bezahlen mussten.