[ 2. Okt 2008 | 3 Kommentare ]

Vergangenes Wochenende habe ich zum ersten Mal ein BarCamp besucht. Henning hatte mich bereits zum BarCamp nach Friedrichshafen eingeladen, aber da hat es zeitlich nicht hingehauen. Stuttgart lag da schon näher. Leider hatte ich doch noch einen Batzen anderer Termin, dennoch war ich an zwei Tagen dabei und muss sagen: Ich war beeindruckt. Über 200 Menschen, die sich relativ frei organisiert treffen, um sich auszutauschen über alle möglichen Facetten der Wunderwelt Web 2.0. Nach der Begrüßungsrunde, standen die Menschen auf und pinnten Zettel mit den Workshops, die sie anbieten wollten, an die Wand. Der Rest konnte dann aus dem Angebot wählen. Selbstverwaltung pur, gefällt mir gut als ehemaliger Jugendzentrumsaktivist. Gut die Hälfte der Menschen waren übrigens wie ich zum ersten Mal auf einem BarCamp.
Neben unzähligen interessanten Menschen, die ich getroffen habe, besuchte ich unter anderem die Session über die politische Blogosphäre in Frankreich. Dort sind Weblogs in der politischen Kommunikation viel wichtiger als in Deutschland. An was es liegt? Es wurde beispielsweise genannt, dass die einzelnen Politiker direkt in ihrem Wahlkreis gewählt werden und deswegen eine direktere Kommunikation suchen müssen.
Oft habe ich von den Leuten gehört, dass sie die Teilnahme eines Politikers gut finden. Irgendwo muss ich ja meine Informationen bekommen, und ich experimentiere bereits seit ein paar Jahren mit den Möglichkeiten der politischen Kommunikation rund ums Internet. So twittere ich schon lange bevor Hubert Heil damit angefangen hatte.
Als Fazit nehme ich mit, dass ich lauter neuen Ideen habe, ich mein Blog endlich umgestalten und beim nächsten Mal wieder dabei sein will. Und nochmal dankeschön an die Hauptorganisatoren!

[ 1. Okt 2008 | 1 Kommentar ]

Die Stuttgarter Nachrichten (StN) hatte die letzten Tage allerlei Statistiken im Blatt. In einer Umfrage wurden die Menschen im Ländle befragt, und mit das wichtigste Ergebnis war die Sonntagsfrage. Da landeten wir Grünen bei 17,2%. Die CDU verliert mit 39,9% über vier Prozent und der Rest hält sich stabil; die Linken knapp unter der Fünf-Prozenthürde. Also dieses Ergebnis hat selbst mich überrascht. Aus Berlin wurde mir gesagt, so ein gutes Umfrageergebnis gab es noch nie für die Grünen in einem Flächenstaat. Zwar ist dieses Ergebnis eine Momentaufnahme, trotzdem halte ich es für ein Indiz, dass unsere Themen einen Resonanzboden in der Gesellschaft haben. Die beste Motivation für das anstehende Wahljahr ist dieses Ergebnis allemal. Irgendwo da draußen müssen also deutlich mehr Menschen sein als bisher angenommen, die die Grüne Politik gut finden. Wie Öl auf die geschundene Politikerseele geht natürlich der abschließende Satz des heutigen Leitartikels der StN runter: “Baden-Württemberg wird vielleicht irgendwann einmal das stärkste Unions-Bundesland, sicherer aber noch die Deutschland-Hochburg der Grünen. Die erste Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode haben sie gewonnen”. Ich glaube auch, dass die gute Basisarbeit in den Kommunen eine der Gründe für das gute Ergebnis ist. Interessant auch: Die Stimmen für die Grünen kommen zu 60% von Frauen, dagegen setzt sich das Wählerpotenzial der Linkspartei zu 80% aus Männern und nur zu 20% aus Frauen zusammen.
Verwirrend übrigens eine Statistik über die Altersverteilung der Zustimmung zu einer Partei. Es wird nicht wie üblich dargestellt, wie z.b. die 30-44jährigen abstimmen, sondern wie hoch der Anteil der verschiedenen Alterskohorten am Gesamtergebnis der einzelnen Partei ist. Da der Vergleich fehlt, wie hoch der Anteil der Alterskohorten in der Stichprobe war, kann man mit dieser Statistik nicht viel anfangen.
So, dann mal munter weiter in die zweite Halbzeit!

[ 28. Sep 2008 | 1 Kommentar ]

Nach der Abdankung der Wittelsbacher Königsfamilie 1918 hat Bayern nun die nächste Revolution erlebt. Die CSU verliert fast 20 % und damit die absolute Mehrheit. Die SPD verliert sogar noch, und die Grünen erreichen wie die Freien Wähler und die FDP ein neues Rekordergebnis. Aus dem Wahlausgang ergeben sich aus meiner Sicht mehrere Konsequenzen.
Erstens: Es gibt keine gottgebenen Mehrheiten für eine Partei mehr. Die Menschen orientieren sich mehr und mehr an den Inhalten. Das ist gut für uns Grüne. Das macht auch die Wahl 2011 in Baden-Württemberg richtig interessant.
Zweitens wachsen für die Linkspartei die Baume nicht in den Himmel. Sie sind wohl nicht in den bayerischen Landtag eingezogen. Zudem hat sich wieder gezeigt, dass die Stimmen der Linkspartei in erster Linie ehemalige Wähler der SPD sind. Die SPD hat trotz der Riesenunzufriedenheit mit der CSU noch verloren. Das ist sicherlich bitte.
Drittens muss ernshaft geprüft werden, ob es eine Regierungsoption jenseits der CSU gibt. Rechnerisch ist die möglich. Es wäre auch dringend notwendig, dass die CSU aus der Regierung fliegt. In Bayern muss die gesamte Verwaltung durchgelüftet werden, der ganze Muff nach jahrzehntelanger CSU Herrschaft rausgelassen werden. Zudem: Zu einer echten Revolution gehört auch, dass die Königsfamilie in die Emigration geht und auf Normalmaß zurechtgeschnitten wird.
Ich bin mal gespannt, was die FDP macht. Wird sich weiterhin der willige und farblose Steigbügelhalter der Macht für die CDU/CSU sein oder einen echten Wandel vollziehen? Oder wiederholt sich in Bayern dasselbe Spiel wie in Hessen?

[ 25. Sep 2008 | 2 Kommentare ]

Heute steht in der Stuttgarter Zeitung Auszüge eins Interviews, dass Noll dem Badischen Tagblatt gegeben hatte. “Wenn es sich tatsächlich um eine Übergangstechnologie handeln soll, warum dann den Übergang strecken und den Druck von einer Entwicklung hin zu alternativen Energien nehmen, die wir doch eigentlich alle befürworten?” waren seine Worte. Die hätte ich auch so sagen können. Denn die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke bewirkt eine Verschleppung des Ausbaus der erneuerbaren Energien.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Warum dieses deutliche Statement entgegen der offiziellen FDP-Linie? Wird Fraktionschef Noll auf seinen alten Tagen noch zum Rebell? Bereits beim Ausbau des Stuttgarter Flughafens setzte er sich vehement gegen eine neue zweite Startbahn ein. Die Annäherung an Grüne Positionen ist auf jeden Fall begrüßenswert.