24. Februar 2007

Tresenthema Rauchverbot in Gaststätten

6 Kommentare

Pünktlich zum Wochenende haben die Bundesländer beschlossen, ein umfassendes Rauchverbot zu verhängen. Darunter fallen auch die Gaststätten. Einzig in abgetrennten Rauchzimmern darf man noch am Glimmstengel ziehen. Damit werden nicht mehr die Nichtraucher weg- oder besser ausgesperrt, sondern die Raucher.

Meine Eltern haben früher selber ein Fussballvereinsheim betrieben, und deswegen weiss ich um die Ängste der Gastronomen. Werden die Stammgäste, in der Regel sind das in der klassischen Kneipe Raucher, weiterhin kommen? Gehen die Umsätze zurück?

Ich sehe das entspannter. Bislang werden die Nichtraucher ausgesperrt, und selbst mit meinen jungen 29 Lenzen auf dem Buckel halte ich es in Räucherhöhlen nicht mehr lange aus. In New York habe ich erlebt, wie erfrischend eine rauchfreie Umgebung ist. Da gingen mir wirklich die Lampen an, für die Nichtrauchergastronomie einzutreten. Selbst in Irland gilt in den Pubs das Rauchverbot – die Pubs sind die Wohnzimmer vieler Iren, und auch hier gab es kaum Probleme bei der Einführung. Die Umsätze gingen entgegen der Befürchtungen sogar nach oben. Denn eines beachten die Gegner eines Rauchverbots nicht: Dass viele Nichtraucher nicht mehr ausgehen, oder sehr viel weniger, wegen des Rauchs in den Kneipen. Mich erinnert diese Diskussion an die deutsche Radiolandschaft. Die Dudelfunksender sagen: Wir spielen nur das, was unsere Hörer wollen. Richtig, denn viele andere haben schon lange abgeschaltet. Mit einer falschen Grundgesamtheit bekommt man immer ein Ergebnis, welches einem in den Kram passt. Deswegen sollte man nicht nur die aktuellen Kneipengäste befragen, sondern alle – auch diejenigen, welche potenziell Gäste sein könnten.

Tsanetos Karamichas, Präsident des Dachverbandes der griechischen Landwirtschaftsgenossenschaften in Griechenland frohlockt schon: Macht Urlaub in Griechenland, denn dort ignoriert man Rauchverbote einfach. Immerhin sitzt man dort meiste im Freien, so dass Nichtraucher trotzdem aufatmen können.



6 Kommentare »

  • Henning meint:

    Ich bin schon mal aus nem Club raus und nach Hause gegangen, weil mir der Rauch zu heftig wurde. Er hat in den Augen gebissen und ich kam mir auch innerlich ganz benebelt vor.

    Ich freu mich, wenn wir endlich ein Rauchverbot haben. :-)

  • Martin meint:

    Korrekt. Ich sehe das genauso. Es ist doch blödsinnig als Wirt zu heulen das immer weniger Gäste kommen, wenn man gleichzeitig 90%(!) Raucher im Lokal hat, obwohl nur 30% der Bevölkerung rauchen. Das heißt doch daß man gerade einmal 90% von 30% anspricht, anstatt 90% von 70%. Und dann ist die Argumentation “es hat sich noch niemand beschwert” einfach dumm, denn natürlich geht kein Nichtraucher in eine Kneipe (von denen er weiß das sie eh immer verqualmt sind) um dann dem Inhaber mitzuteilen das er sie wieder verlässt oder nicht besuchen wird. Er wird es einfach nicht oder weniger tun, und das die Nichtraucher ausbleiben, wird der Wirt ja spätestens dann merken wenn er von den Umsätzen der Raucher nichtmehr leben kann und das Lokal vor Bankrott steht.

    Fakt ist das Umsätze durch ausbleibende Nichtraucher verlorern gehen, sehr fraglich ist hingegen, das Raucher NICHT weiterhin in Lokale gehen. Natürlich werden sie das tun.

    Die Wirte wissen garnicht wieviele Umsätze ihnen verloren gehen – warum sollte man länger bleiben wenn die Augen tränen? Warum sollte man noch etwas zum essen bestellen, wenn der Qualm so wiederlich ist? Warum sollte man einen zusätzlichen Kneipentag einlegen, wenn man jedesmal sein Lieblingsshirt danach waschen kann?

  • Zimmermann Otti meint:

    es ist so super, dass sich die Gesellschaft pro Nichtraucher verändert hat. Mein Bronchialsystem ist hypersensibel- von Kind an, d.h. alle von Euch geschilderten Aspekte, gesundheitlichen Beeinträchtigungen wirken sich noch schlimmer aus. Im November 06 konnte ich bereits durch meinen Antrag eine “rauchfreie” Bürgerversammlung geniessen. Unser Bürgermeister, selbst ein starker Raucher, hat bei der Begrüssung an die “Nikotinsüchtigen” appelliert, sich freiwillig mit ihm in den eigens dafür geschaffenen Rauchpausen mit ihm draussen zu treffen und viele Leute klatschten spontan Beifall! Es hat sich rausgestellt, dass nicht einmal 1/3 der anwesenden Bürger in dem Saal zum Rauchen gingen! Und auch Raucher bestätigten, dass das Raumklima im Saal viel angenehmer war!
    In der Vorfreude auf rauchfreie Zeiten und mit lieben Grüßen an alle Gleichgesinnten und Betroffenen
    P.S. interessante homepage

  • Daniel Mouratidis
    Daniel Mouratidis meint:

    Bisher haben sich nur Menschen gemeldet, die für ein Rauchverbot sind. Zufall oder ein Trend?

  • Markus Beck meint:

    Würde es eher Intelligenz anstatt Trend nennen :)

  • Henning meint:

    Na, wenn Intelligenz Trend wird, hab ich da auch nichts gegen. :-)

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